Stille

Wozu Stille?

Mit jedem „Like“ in den „sozialen“ Medien, mit jedem Klick Ausstoß von Glückshormonen pur. Jederzeit und überall verfügbar, 24 Stunden. Ständige Ablenkung durch Smartphones, Fernsehen und mehr. Wenn das nicht genügt, ab zum Ballermann und Party rund um die Uhr. Nicht nur in der Stadt, auch in den Wäldern – eigentlich ein Ort der Stille und Ruhe - auf dem Fahrrad: wummernde Musikboxen, kilometerweit zu hören. Parallel dazu ein nie abreißender Strom von Nachrichten, jederzeit präsent und verfügbar sein. Schneller Austausch mit Kollegen, mit Freunden. 15 Minuten nichts tun, Langeweile ertragen? Wer kann das noch? Irgendwann erschöpft, Ruhe suchen im Urlaub. Doch selbst am stillsten Ort ein unablässiger Gedanken- und Gefühlsstrom, wirklich runterkommen kaum möglich.

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Liebe

Oh was ein Wort, was für ein Gefühl! So vielfältig und reich, dass auch große Romane nur Aspekte ausloten können. Wir träumen davon und kommen der Liebe, nach der wir uns zutiefst in unserem Inneren sehnen, doch nicht wirklich nahe.

Vorab: Nein, es geht nicht um die kranke narzisstische Selbstliebe. So wie sie von einem bekannten mächtigen Mann in einem fernen Land gelebt wurde und wird; voller Hass und Zerstörungswut. Doch seine Zeit an der Macht als Regierungschef geht Anfang 2021 zu Ende.

Noch ein „Nein“: Es geht auch nicht um „Bauer sucht Nackedei“ oder was so alles im Trash-TV oder in den gelben Seiten der Regenbogenpresse verbreitet und konsumiert wird. Ablenkung vom Wesentlichen.

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Demut

Was für eine Tugend! Und was für ein Kontrast zu einer Gesellschaft, die zunehmend nur noch das „Ich“ kennt, nicht mehr das „Du“.

Ein Blick zurück in der Geschichte dieses Landes. Eine ikonische Geste der Demut: Der Kniefall von Willy Brandt vor dem Denkmal des Warschauer Gettos. Jener Ort, den die Deutsche einst in eine Hölle auf Erden verwandelt hatten. Mir kommen jedes Mal Tränen der Rührung, wenn ich dieses Bild sehe. Gerade der kniet nieder, der das nicht nötig hat. Er kniet für alle, die es nötig haben, aber nicht dort knien – weil sie es nicht wagen oder nicht können oder nicht wagen können. Dann bekennt er sich zu einer Schuld, an der er selber nicht zu tragen hat. Und bittet er um eine Vergebung, derer er nicht bedarf. Soweit ein Reporter, der anwesend war. Zuhause tobte die Opposition vor Wut.

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Hingabe

Hingabe – bei dieser Tugend geht es nicht um mich. Es geht nicht um mein Ego, das sich zwar in narzisstischen Höhenflügen verlieren kann. Aber am Ende des Lebens, spätestens dann, erkennen muss, dass ich nichts wirklich in meinem Leben im Griff habe. Wir sind begrenzte Wesen. Begrenzt im Verstand. Wissen wird zwar angehäuft, doch das nicht sagbar, das Numinose, das können wir niemals mit dem Verstand erfassen.

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Dankbarkeit

Ein leichtes Zittern durchläuft meinen Körper während der Meditation, verbunden mit der Gruppe von Menschen, die sich gemeinsam auf diesen Erfahrungsweg begeben hat. Die sich gegenseitig stützt und trägt. Geborgen fühle ich mich. Die Kerze flackert leicht, ihr sanftes Licht erhellt den Raum. Tränen bahnen sich ihren Weg, tief berührt vom Erfahrungsraum der Dankbarkeit in mir: Ja, mein Leben ist ein unendlich wertvolles Geschenk.

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