Weihnachten - Unsicherheit, Staunen.

Die Weihnachtsgeschichte ist auf unbeändiges Staunen hin angelegt. Staunen ist der Feind aller Fundamentalisten. Es sagt: Es gibt mehr als dein Weltbild glauben machen will. Wer unsicher ist und staunen kann, der kann eintreten in einen Raum jenseits der Wissenschaft, in einen Raum, bei dem allerdings der Verstand nicht abgegeben werden muss.

Weihnachten

Brich an, du schönes Morgenlicht, und lass den Himmel tagen, du Hirtenvolk, erschrecke nicht, weil dir die Engel sagen ...“  - Johann Sebastian Bach – Weihnachtsoratorium.

Die schönste Musik unserer Kultur, die wunderbarsten Bilder von Künstlern vieler Jahrhunderte ranken sich um eine Geschichte, die aus dem Blick der kritischen Wissenschaft wenig stimmt. Doch wir gehen fehl, wenn wir die Bibel als einen nach wissenschaftlichen Kriterien erstellten reinen Faktenbericht lesen. Oft wurde unsagbares in Worte und Bilder gebracht, Zeitangaben haben bei den Evangelisten weniger historische, denn theologische Gründe.

Weihnachten - das Fest, das die ganze Welt umspannt, und nur ganz wenige Menschen unberührt lässt, - es gründet in einer Erzählung. Woher rührt der Bann dieser biblischen Erzählung seit 2000 Jahren? Das Fest und die Geschichte von Weihnachten verführt, verlockt uns dazu - einmal im Jahr -, dem ein Recht einzuräumen, dem wir sonst nur schwer recht geben wollen: Der Sehnsucht, dass unser menschliches, unser eigenes Leben ein kostbares sein möge, der Hoffnung, dass es mit dieser Welt noch nicht alles gewesen sein kann, der Mutmaßung, dem Vertrauen, dass es einen gibt, der andere Maßstäbe setzt.

Sehnsucht, Hoffnung, Vertrauen, - damit treten wir Menschen in eine Sprache und einen Raum, die jenseits von Forschung und Wissenschaft liegen, in eine Sprache und einen Raum, die der Vernunft nur zugänglich sind, wenn sie auch die Seele, das Empfinden, das Herz einschließt.

Hoffnung, Sehnsucht, Vertrauen – damit treten wir Menschen in die Sprache und den Raum Gottes.

Weil wir diesen Regungen, diesen Schätzen unserer Existenz eine Chance geben wollen, darum folgen wir dieser Geschichte und wir machen sogar ein Fest daraus, nicht gemeint ist der Tanz in den Konsumtempeln der heutigen Zeit. Menschen die wissen, dass sie verkümmern, ohne Hoffnung, ohne Sehnsucht und ohne Vertrauen, die geben Gott, dem Unglaublichen, eine Chance. Was sagen die Geschichten über den, der kaum zu glauben ist? Welchen Grund geben sie unserer Sehnsucht, unserer Hoffnung und unserem Vertrauen?........

 

Teil 2: Morgen

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