Hingabe

Hingabe – die Königsdisziplin aller geistlichen Traditionen. Sie ist eine Einwilligung an das Leben selbst. Demut, geboren aus der Erkenntnis, wie wenig wir wirklich im Griff haben. Angesichts der eigenen menschlichen Begrenzungen. Nein, kein narzisstischer Höhenflug, bei dem sich alles nur um das eigene Ego dreht. Es geht exakt um das Gegenteil. Es geht um die Auflösung der einengenden Kraft des egozentrierten Verstandes. Der uns so sehr im Grunde einsam macht. Und uns oft, ganz unterschwellig, in Ängsten gefangen hält. Gebundene Lebensenergie.

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Dankbarkeit

Ein leichtes Zittern durchläuft meinen Körper während der Meditation, verbunden mit der Gruppe von Menschen, die sich gemeinsam auf diesen Erfahrungsweg begeben hat. Die sich gegenseitig stützt und trägt. Geborgen fühle ich mich. Die Kerze flackert leicht, ihr sanftes Licht erhellt den Raum. Tränen bahnen sich ihren Weg, tief berührt vom Erfahrungsraum der Dankbarkeit: Ja, mein Leben ist ein unendlich wertvolles Geschenk.

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Großzügigkeit

Es ist unglaublich, aber wahr. Nicht für jeden Menschen nachvollziehbar. Zunächst ein Blick in meine persönliche Geschichte. Vieles war innerlich schwer, meist im Ringen mit mir und der Welt. Frühkindliche Prägungen waren bis heute wirkmächtig. Aber heute, da bin ich wie befreit. Aus meinen inneren Bildern und Vorstellungen. Ich fühle Weite in mir, Verbundenheit mit der Welt. Erfüllt von innerer Freude, die sich ausbreitet. Frei von so vielen Lasten. Mir ist in so vielen Facetten bewusst geworden, wie viel Großzügigkeit ich erfahren habe in meinem Leben. Ein Beispiel nur an dieser Stelle: Mündliche Abi-Nachprüfung in einem Fach.

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Mut

Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Überzeugung, dass etwas wichtiger ist als Angst. (F.D. Roosevelt).

Vorab: Es geht nicht um den so falsch verstandenen Heldenmut. Der führt zu einem so elendigen Tod oder Verkrüppelung auf den Schlachtfeldern dieser Welt. Familien werden zerrissen; generationsübergreifende Trauma werden weitergetragen. Machthaber – ob religiös oder politisch „motiviert“– verführen junge Generationen; verlorenen Generationen. Eine schier endlose Spirale von Hass, Gewalt und des Mordens seit undenkbar langer Zeit. Kälte und Verhärtung, oft unbewusst, durchziehen die Gesellschaft. Das muss nicht nur durch Kriege gezeugt sein.

Mir geht es um eine andere Art von Mut: Mut, geboren aus Vergebung und Mitgefühl. Er entspringt dem eigenen Selbstvertrauen und ist die Fähigkeit, unabhängig von möglichen Folgen, den eigenen Weg zu beschreiten. Und trotz Angst weitergehen zu können. Mut ist nicht Angstfreiheit. Mut kann nur da erfahren werden, wo Angst existiert.

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Mitgefühl

Mitgefühl jenseits abwehrender Worte wie: „Ich fühle mit Dir“, die so schnell gesprochen sind. Damit wir unsere Ruhe haben und uns nicht mit uns selbst beschäftigen müssen. Doch jenseits dieser Worte, jenseits unserer Abwehrmechanismen, da ist Mitgefühl möglich. Heilung auf tiefer Ebene kann geschehen.

Wir sind alle miteinander verbunden, alle Menschen haben die gleichen Ängste und Sehnsüchte. Wir bedingen einander und können uns nicht unabhängig voneinander betrachten und leben. Aber auf meist unbewusster Ebene, da leben wir Trennung. Früh entstanden zum Schutz des eigenen Wesens, unserer Essenz. Sobald ich mich bedroht fühle oder in mir etwas nicht sehen und fühlen will, dann projiziere ich das in den anderen Menschen. Und bleibe hinter meinen Abwehrmechanismen alleine. So kann ich meinen Gegenüber nicht annehmen, denn Mitgefühl kann nur auf Augenhöhe gelebt werden. In einer Beziehung unter Gleichen, ohne ein „besser“ oder „schlechter". Hinter den so unterschwelligen Verurteilungen. Diese Verurteilungen gilt es sich bewusst zu machen und somit mehr und mehr Raum im eigenen Inneren zu finden. Verantwortung übernehmen - für mich und für andere - das macht frei und führt zu einem tiefen Mitfühlen. Gleich ein Beispiel aus eigener Erfahrung.

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