Spuren

 

 

Spuren

Gedankenfetzen, Wortsplitter. Schwere Bilder tiefer Träume verblassen, verlieren ihre Farbe.

Spuren am Strand, vergehen in der Flut. Ein stetiges kommen und gehen der Wellen. Wechselspiel der Gezeiten, jenseits unserer Zeit. Mal sanft und schmeichelnd, mal wild und fordernd. Unbändige Kraft schlummert in den Tiefen des Wassers.

Laufen als Spiegel der Seele - Zwischenzeiten

Wer mag das Wort noch hören? Corana! So vieles hat die Pandemie durcheinandergebracht. Sylt 2020. Voller Vorfreude auf den Lauf dort. Das ist der Start für die längeren Trainingseinheiten. Das Erleben trägt dann zur nächsten Etappe auf dem Weg nach Biel, dem Marathon in Mainz. Doch schon auf der Anreise kam die Info durch: Der Lauf ist abgesagt. Wie später so viele andere, auch Biel 2020. Mich hatte gerade zu Beginn der Pandemie das Verhalten vieler Menschen erschrocken. Wie viele Werte verloren gegangen sind. Doch eine Welt, der Werte und Normen verloren gehen, ist ein tragische Welt. Ein Blick in die Zeit zu Beginn der Pandemie: Toilettenpapier und Nudeln werden gehamstert. Aus Risikogebieten mit dem Coranavirus reisten Menschen nun begeistert an die Nordsee auf die Inseln: Toll, zwei Wochen mehr Urlaub! Anstelle von zwei Wochen Kontaktverbot, zum Schutz der Allgemeinheit. Gefährlicher Wohlstandstrotz, 5 Notfallbetten auf Sylt bei 18.000 Urlaubern – na und? Gut, dass drastisch und konsequent reagiert wurde. Ich reise vorzeitig ab, einen Tag vor Schließung der Insel; inkl. Beherbergungsverbot.

Zurück Zuhause blieb nur ein Gang ins Büro. Laptop abholen und ab ins Homeoffice. Da bin ich jetzt seit letztem Jahr. Mit vielen Vorteilen. Dazu später mehr.

Ein Traktat für die Menschlichkeit

Wie wir die „Todsünden“ des gesellschaftlichen Lebens vermeiden und die Trägheit des Herzens überwinden.

Trägheit, Zeichnung aus der Serie "Die 7. Todsünde!, Eduard Ille, 19. Jh.

Wie wir die „Todsünden“ des gesellschaftlichen Lebens vermeiden und die Trägheit des Herzens überwinden. Habgier, Hochmut, Zorn… Die traditionellen Sünden der Kirche finden ihre Entsprechung auch im politischen Handeln. Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid Anderer scheint ein eher „passive“, lässliche Sünde zu sein. Sie hat aber nicht weniger schlimme Auswirkungen. Der Autor nennt in seinem Artikel eine ganze Reihe konkreter Beispiel – von einer restriktiven Flüchtlingspolitik bis hin zum Kaputtsparen unseres Medizinbetriebs. Und er stellt fest, dass es nicht immer ein leichter Weg ist, für das einzutreten, was man als die Wahrheit erkannt hat. Roland Rottenfußer

Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den ihr um Euer Herz gelegt“ (Sophie Scholl)

Bilder der Hoffnung, die müssen wir in der so polarisierenden Gesellschaft aufzeigen. Um Gräben zu überwinden, die unsere Gemeinschaft zerstört. Dem Untergang der Zivilisation wehren.

„Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den ihr um Euer Herz gelegt“: Ein verzweifelter Schrei der jungen Sophie Scholl in dunklen Zeiten. Der Fortgang der Geschichte ist bekannt. Ihrer persönlichen Geschichte sowie auch die Geschichte Deutschlands bis zur Stunde „Null“. Hier ruhen die Wurzeln zur NSU 2.0. Die Wurzeln von Halle, Hanau und noch viel mehr. Dazu mehr an anderer Stelle. Erich Kästner, dessen Bücher an vorderster Stelle von den Nationalsozialisten in die Feuer geworfen wurden – kurze Zeit, bevor auch Menschen in die Feuer geworfen wurden - zeigte in dem Roman „Fabian“ auf, wohin die Trägheit des Herzens führen kann. Hierzu später mehr.

 

 

Es war einmal eine Zeit

ACHTUNG: Der folgende Text ist nicht für Menschen unter 18 Jahre geeignet!

Diesen Warnhinweis kennen wir so ähnlich aus dem Fernsehen – jetzt wird es gruselig, Angst und Schrecken breiten sich aus. Und schon der Blick in den Nachrichten kann uns heute erschrecken. Eiskalte Morde – zum Beispiel in Afghanistan. Hinrichtungen. Köpfe rollen. Und jüngst wieder Morde in Norwegen.

Doch Köpfe rollen auch in Blockbustern wie im „Herr der Ringe“. Meist trifft es die Bösen, denn das Gute muss siegen, sonst fühlen wir uns nicht wohl.

Immer stärkere Bilder werden in den öffentlichen Medien zur Meinungsmache produziert. Schnelle Reflexe sobald ein Muslim beteiligt ist: Der Islam – das ist die Gefahr! So tönt es laut. Ich kenne den Islam nicht und kann das nicht beurteilen. Ich kenne einige Muslime persönlich. Herzensgute Menschen, liebevoll, stolz und aufrecht. Vielleicht sind die Täter wie in Norwegen – ein nach der aktuellen Faktenlage zum Islam konvertierter Mensch - nur ein Wahnsinniger, geistig gestört? An dieser Stelle nur ein kurzer Blick auf die Zeit des Nationalsozialismus: Offenbar ganz normale Familienväter mordeten ganz systematisch in unvorstellbaren Dimensionen.

Eine andere Erklärungsansatz: Vielleicht sind es ja die Religionen?

 

 

Vom Ende her denken

Was bleibt am Ende meines Lebens? War ich ein gut funktionierendes Rädchen in der Arbeitswelt? Kümmern sich Arbeitgeber darum, wie ich mein wahres „Ich“ finde? Will dieser riesige Molloch der Arbeitswelt überhaupt, dass wir werden, wer wir im innersten Wesen sind? Oder ist er nur daran interessiert, was er braucht. Um die Profite zu steigern. Irgendwann haben wir uns vor lauter Anpassung von uns selbst entfremdet. Schauen unentwegt in die Zukunft, planen und hetzten durch den Alltag. Doch unser Lebensfaden, der kann jederzeit abgeschnitten werden, jederzeit. Urplötzlich, ohne Vorwarnung. Ob Jung oder mitten im Leben stehend. Durch Unfall, Krankheit oder Alter. Was bleibt am Ende?

Gibt es eine Schule des Lebens? Eines Lebens, das gelingt?