Zwischenruf

Eine Welt, der Werte und Normen verloren gehen, ist ein tragische Welt.

 

Zwischenruf

Eine Welt, der Werte und Normen verloren gehen, ist ein tragische Welt.

Ein Bick in die Welt heute: Toilettenpapier und Nudeln werden gehamstert. Die Ärmsten der Armen an der Tafel, die müssen auf noch mehr verzichten. Aus Risikogebieten mit dem Coranavirus reisen Menschen nun begeistert an die Nordsee auf die Inseln: Toll, zwei Wochen mehr Urlaub! Anstelle von zwei Wochen Kontaktverbot, zum Schutz der Allgemeinheit. Gefährlicher Wohlstandstrotz, 5 Notfallbetten auf Sylt bei 18.000 Urlaubern – na und? Gut, dass drastisch und konsequent reagiert wurde. Doch diese „Mitbürger“ agieren nur wie von der Politik seit Jahren mehr und mehr vorgelebt. Beweismittel für mögliche Straftaten werden von Politikern vernichtet, ohne Konsequenzen. Der eine darf nun wieder „Geheimprojekte“ für private Autobahnen planen, die andere wurde befördert in eine Europäische Spitzeninstitution; inkl. 80 T€ für die Luxussanierung der neuen Dienstwohnung. Wieviel Gehalt bekommt ein Pfleger im Jahr? Netto. Immun vor einer gerechten Strafverfolgung, das sind diese „Politiker“.

Deutliche Ansage in der heraufziehenden Krise: Der Wirtschaft muss geholfen werden, auf Einzelschicksale darf da keine Rücksicht genommen werden. Staatstragende Worte. Hohl und leer. Wer glaubt denn noch wirklich den Handelnden? Wir sind sehr gut gerüstet für die Krise. Besser als alle anderen, so tönt es. Von dem „Bundesgesundheitsminister“. Doch wurde erst vor zwei Jahren das Geld für Notfallambulanzen in 628 Kliniken von ihm gestrichen. Das entspricht gut einem Drittel der damals verfügbaren Ambulanzen. Geld regiert die Welt. Und heute wird mit einer Anzahl von Betten geprahlt, die gar nicht zur Verfügung stehen. Pflegenotstand. Lange bekannt, doch es wurde nichts geändert. Außer Anwerbeversuchen im ehemaligen Ostblock, der nun in Not gerät, weil ausgebildetes Personal dort vor Ort fehlt.

Die aktuelle Krise führt zur Nabelschau, nach innen. Wie unter einem Mikroskop wird sichtlich, was die Missstände sind. Zuvor die eiskalt und hartherzig ausgesessene Flüchtlingskriese, die jetzt todgeschwiegen wird. Mehr dazu: https://indiestille.perfectsounds.de/index.php/blog/22-warum-warum-nur

Doch wer so ein hartes Herz hat, der hat es auch für die Menschen im eigenen Land! Empathie und Mitgefühl: Fehlanzeige. BlackRock und seine Paladine in den Parlamenten dienen dem Gott Mammon. Nun, in der aktuellen Krise muss pragmatisch agiert werden. Das ist unbenommen. Und besorgt säuseln jetzt die so aufgeregten Mainstreammedien und die so ernsten und staatstragenden Politikerminen nun von der Triage. Verkürzt gesagt: Vom Aussortieren von lebensunwerten Leben. Das hatten wir doch schon mal in Deutschland?

Mitleiderregend die Paladine des Großkapital: „Schrecklich, schrecklich! Die armen Ärzte, die das entscheiden müssen. Oh weh, was für eine Gewissensnot“. Doch die Paladine sind diejenigen, die nur auf Profitmaximierung schauen und den BlackRocks der Welt willfährig dienen. Aus Gründen den Profits Notfallaufnehmen schließen, Notfallbetten zum Schein zählen aber unbesetzt lassen wegen Pflegermangel. Kinderkliniken schließen und schwerkranke Kinder abweisen, da nicht profitabel. Dafür aber Knie- und Hüftoperationen, die profitabel sind, aber oft nicht notwendig sind, fördern. Diese Menschen sind verantwortlich!

Das Gemeinwesen wird ausgesaugt bis auf´s Blut. Ein Paradebeispiel: Der Vorstoß zur Neuregelung der Organspende: Hirntod festgestellt – dann können wir den Menschen ausschlachten. Billiges Ersatzteillager zur Mehrung der Profite. Der Mensch auf das Denken reduziert. Ein Fühlwesen mit Seele? Abschiednehmen, Sterben im Beisein der nächsten Angehörigen? – das kommt in dem Denken der BlackRocks nicht vorkommen. Der Körper ist freigegeben zum Ausschlachten. Danach wird der ausgeschlachtete Kadaver wie auf den Schlachthöfen der Viehindustrie entsorgt. Aus diesem Denken ist auch die Abwehrhaltung gegen Flüchtlinge zu verstehen: Die kosten nur, die bringen keinen monetären Ertrag. Noch schlimmer: Wir müssten unseren unverdienten Wohlstand gar teilen. Unverdient, da die Gier nach Rohstoffen Kriege von uns befeuert. Vor diesen Kriegen fliehen die Menschen. Rekordgewinne der Rüstungsindustrie, töten mit Waffen aus Deutschland. Gewinne unversteuert über die Briefkastenfirmen in Panama und sonst wo. Doch wir werden aufgerufen, für die Ärmsten zu Spenden. Zynisch? Nein, gelebte Praxis. Ausgiebig gefeiert auf den opulenten Partys der Sieger. Und die vergessen nicht, Drohgebärden für ein vielleicht aufgebehrendes Volk zu senden: Die Renten, die sind zu hoch! Sind die Profite noch nicht hoch genug? Tja, und wenn die aktuelle Krise zu ihrer Zeit vorbei ist, dann werden die zur Zeit – zu Recht! - gefeierten Helfer in den Krankenhäusern und Altenheimen wieder fallen gelassen. Einen Cent mehr Gehalt? Wofür? Und es werden andere Themen durch „das Dorf“ getrieben….. Ablenken vom Wesentlichen.

Zwischen allen den Dramen der heutigen Zeit, zwischen den Dramen in der aktuellen Viruskrise, zwischen den Dramen geboren aus den ökologischen Schäden unseres Handelns, das wir aufblenden und zwischen den Flüchtlingsdramen – da müssen wir immer wieder versuchen, eine frohe Botschaft zu entdecken. Zwischen alle den empörenden Geschehen aus Gier und Dummheit und Mord.

Selbst der atheistische Philosoph Friedrich Nietzsche, der mit seinem Ruf „Gott ist tot!“ spektakulär für Aufsehen gesorgt hatte, weiß um die Tragik dessen, was er da sagt.

Nein, ein Leben ohne Gott macht die Welt eben nicht zum Himmel auf Erden. Sondern der Stärkere siegt über den Schwächeren. Und wenn der Stärkere irgendwann zum Schwächeren wird, kommt auch er unter die Räder. Eine Welt ohne Gott ist eine tragische Welt, weil ihr die Grundlage von Werten und Normen verloren geht und weil sie auf ein wesentliches Problem keine Antwort hat: nämlich auf das des Todes.

Vielleicht schaffen wir es ja, an einer neuen Welt mit zu bauen. Eine neue Welt, erschaffen durch Menschen, die daran glauben, dass Menschlichkeit und Gewaltlosigkeit möglich sind und entsprechen handeln. Solche Menschen sind als verletzliche Boten der Menschlichkeit unverzichtbar, damit wir an der Welt nicht verzweifeln.

Dahindurch schimmert die wohlverstandene Osterbotschaft: Wir dürfen darauf vertrauen, dass schamloser Rechtsbruch so wenig wie unverschämte Bosheit das letzte Wort behalten. Das macht Mut, lasst uns handeln!

Ein sicherer Grund für das Leben, Halt und Orientierung sind so notwendig. Doch Achtung: Apelle an das Gewissen fruchten nicht wirklich, das Gewissen ist dabei keine sichere Instanz:

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Rüdiger Schaller 18.03.2020

Autor des Buches: "In die Stille"

 

Anm.: Nachdenkenswert: Mal alles „gegen sich selbst denken“ - bevor man andere Menschen veruteilt...

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Was kann Hoffnung geben?

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